Der Weg zur Waffenbesitzkarte

Die Waffenbesitzkarte ist eine Urkunde, die zum Erwerb und Besitz, aber nicht zum Führen (Bei-sich -Tragen) von Schusswaffen der Kategorie B berechtigt. Die Voraussetzungen dafür sehen wie folgt aus:

  • Antrag durch eine verlässliche EWR-Bürgerin/einen verlässlichen EWR-Bürger
  • Vollendung des 21. Lebensjahres
  • Glaubhaftmachung einer Rechtfertigung für den Besitz einer Schusswaffe der Kategorie B (z.B. zur Selbstverteidigung innerhalb von Wohn- und Betriebsräumen oder eingefriedeten Liegenschaften)
  • Psychologisches Gutachten darüber, dass die Antragstellerin/der Antragsteller nicht dazu neigt, insbesondere unter psychischer Belastung mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden (ist nicht erforderlich, wenn die Person Inhaberin/Inhaber einer gültigen Jagdkarte ist)
  • Nachweis des sachgemäßen Umgangs mit Schusswaffen (z.B. Schulungsbestätigung einer Waffenfachhändlerin/eines Waffenfachhändlers, umgangssprachlich oft als „Waffenführerschein“ bezeichnet)

Bevor man sich nun auf den Weg begibt um diesen Anforderungen nachzukommen, sollte man sich erstmal ernsthafte Gedanke über eine Waffe und deren Gebrauch machen. Wieso möchte man eine Waffe? Wo kann man mit einer Waffe schießen? Was kostet das alles? Hier fallen einem gleich mal hunderte Fragen ein! Wer also eine Waffe besitzen möchte sollte sich vorher ernsthaft Gedanke darüber machen. Mit diesem Ratgeber möchten wir Euch etwas dabei helfen und Euch den Weg zur Waffenbesitzkarte erleichtern.

 

Beginnen wir doch gleich beim lieben Geld:

Über den Daumen gerechnet fallen für die WBK etwa Kosten in der Höhe von 546,- € an (Psycholgisches Gutachten, Waffenführerschein, Passfotos, Antragskosten).  Wer nun auch gleich einem Verein beitreten möchte um den Schießsport richtig ausüben zu können, muss nochmal mit durchschnittlich 300,- € an Kosten rechnen (Einschreibegebühr, 1. Jahresgebühr, etc.). Wir liegen hier also schon über 800,- € und haben nicht mal noch eine Waffe oder Ausrüstung.

Wo übe ich mein Hobby aus:

Nachdem wir nun viel übers liebe Geld geschrieben haben möchten wir aber auch noch andere Aspekte beleuchten. Ganz wichtig ist natürlich wo und wie übe ich dieses Hobby aus. Mit einer Waffe darf man nicht einfach mal „herumballern“, auch nicht auf Privatgrund. Dazu muss man nämlich erstmal sicherstellen das es hier zu keiner Gefährdung kommt und auch zu keiner Lärmbelästigung. Das wird schon recht schwierig, außer man besitzt ein Grundstück weit ab von jeglicher Infrastruktur. Wir als Verein bieten Euch natürlich die Möglichkeit dieses wunderbare Hobby sach-, und fachgerecht auszuüben (siehe „Clubinfo„)

Wie bewahre ich meine Waffe richtig auf:

Auch die Verwahrung ist ein wichtiger Punkt den man sich gut überlegen sollte. Die Waffe und die Munition müssen nämlich versperrt aufbewahrt werden. Also so dass nicht berechtigte Personen keinen Zugang dazu haben (auch nicht die eigene Ehefrau [empfohlen]). Bei einem Haushalt mit Kindern ist die Sache ganz heikel. Man sollte sich also wirklich im Klaren sein wie gefährlich eine Waffe werden kann, wenn diese in falsche Hände gerät.

 

Nachdem wir nun die ersten Überlegungen ausgeführt haben, möchten wir das Thema „Psychologisches Gutachten“ beleuchten. Dieses ist für den Antrag auf eine WBK unbedingt erforderlich und kann bei allen Psychologen die auf der offiziellen Liste der Begutachtungsstellen gelistet sind, durchgeführt werden. Ärzte die nicht auf dieser Liste angeführt sind können und dürfen diese Untersuchung nicht durchführen. Daher bitte bei der Wahl des Arztes unbedingt an die Liste des Kuratorium für Verkehrssicherheit halten (http://iwoe.at/service/begutachtungsstellen/).

Die Kosten für das Gutachten sind im Gesetz festgelegt und daher bei allen Begutachtungsstellen gleich. Aktuell (Stand 2017) kostet das Gutachten 236,- € exkl. Steuern.

 

Nach dem Gutachten wird nun noch ein sogenannter Waffenführerschein benötigt. Der Waffenführerschein ist der Nachweis für die Befähigung im geschulten und sachgemäßen Umgang mit der Waffe. Dieser Nachweis muss alle fünf Jahre erbracht werden und wird im Waffenführerschein entsprechend vermerkt und abgestempelt. Als „Beweismittel“ ist bei Polizisten, Justizbeamten und Berufssoldaten auch der Dienstausweis gültig. Sportschützen können als Nachweis auch die regelmäßige Teilnahme an Wettbewerben erbringen.

Der Waffenführerschein wird meistens von Waffenfachhändlern angeboten und durchgeführt und bestehen aus einem theoretischen und praktischen Teil. Die Kosten dafür belaufen sich auf ungefähr 60,-€ inklusive Leihwaffe und Munition. Grundlegend erlernt man hier grob (Mindestanforderungen) den Umgang mit einer Faustfeuerwaffe (FFW).

 

Nun ist es endlich soweit, man hat alle Vorgaben erfüllt und kann jetzt zur zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder dem zuständigen Magistrat gehen und eine Waffenbesitzkarte beantragen. Per Gesetzt muss jedem unbescholtenen Staatsbürger der alle Anforderung erfüllt hat, eine solche Karte ausgestellt werden. Eine Ablehnung des Antrags kommt daher nicht in Frage, da es jedem EU-Bürger zusteht eine Waffe besitzen zu dürfen.

Es können lediglich beim Erstantrag maximal 2 Stück Waffen beantragt werden. Erweiterungen sind jederzeit mit entsprechender Rechtfertigung möglich. Als Rechtfertigung gilt hierbei etwa das Sammeln oder der Bedarf mehrer Waffen für Sportschützen. Die Antragstellung kostet übrigens 74,40 €, direkt bei Antrag zu bezahlen. Die WBK wird dann meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen per Post zugestellt.

Folgende Dokumente werden bei der Antragstellung benötigt:

  • Amtlicher Lichtbildausweis (Führerschein, Pass, etc.)
  • Meldezettel
  • Geburtsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Heiratsurkunde (bei Änderung des Nachnamens durch Heirat)
  • Lichtbild (Passfoto)
  • Wehrdienstnachweis (nur bei männlichen Staatsbürgern bis zum 50. Lebensjahr)
  • Psychologisches Gutachten (nicht älter als 6 Monate)
  • Waffenführerschein (nicht älter als 6 Monate)
  • Rechtfertigung (wird vor Ort ausgefüllt/angegeben

Da in Österreich leider nicht alle Behörden die gleichen Vorgehensweisen haben, ist es trotzdem ratsam sich vorher bei der zuständigen Behörde telefonisch zu informieren. Auch wir, der Shoot Buddies Club Austria hilft und unterstützt Euch bei diesem Vorhaben.  Für Auskünfte stehen wir unter office@shootbuddies.at gerne zur Verfügung.

 

Quellennachweise: http://iwoe.athttps://www.help.gv.athttp://www.waffenbesitz.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.